Gebäudebestand & Energieeffizienz
Wesseling (ca. 38.000 Einwohner, leichter Zuwachs durch Zuzug aus Köln) ist historisch stark durch die ansässige Großindustrie geprägt — Raffinerien und Chemiewerke (Shell Rheinland Raffinerie, Evonik, LyondellBasell) haben das Stadtbild geformt. Die Bausubstanz zeigt eine deutliche Zweiteilung: Einerseits ausgedehnte Arbeitersiedlungen und Geschosswohnungsbauten für die Industriearbeiterschaft, andererseits klassische Einfamilien- und Reihenhäuser in den Randlagen und neueren Vierteln. Gründerzeitbauten oder historische Altbausubstanz sind in Wesseling die absolute Ausnahme — die Stadt ist im Kern ein Produkt des industriellen Aufschwungs der Nachkriegszeit. Größere Neubaugebiete entstanden in den letzten Jahren durch Nachverdichtung oder Konversion, etwa das „Rheinbogen"-Quartier.
Der größte Bauboom fand zwischen 1950 und 1979 statt, als die Industrie stark wuchs. Ein Großteil des Bestandes fällt in diese Epoche. Wie im bundesweiten Durchschnitt, aber durch den hohen Anteil an 60er/70er-Jahre-Bauten verstärkt, erreichen viele unsanierte Bestandsimmobilien nur die Energieeffizienzklassen E, F, G und H. Der Sanierungsstau bei diesen Gebäuden ist hoch — ungedämmte Fassaden, alte Dächer und veraltete Fenster sind die Regel. Die Sanierungsquote liegt bei unter 1 % pro Jahr, weit unter den Klimazielen.
Erdgas ist der absolute Spitzenreiter als Heizungsart in Wesseling. Ölheizungen sind in älteren Einfamilienhäusern noch präsent, Wärmepumpen finden sich fast ausschließlich in Neubauten ab ca. 2010 oder in frisch kernsanierten Objekten. Der Denkmalschutz-Anteil ist im Vergleich zu Köln gering — es gibt einige historische Hofanlagen und alte Kirchen, aber Wesseling ist keine klassische Altbaustadt. Für Wohngebäude mit bis zu 4 Wohneinheiten, die vor der 1. Wärmeschutzverordnung (1977) erbaut und nicht saniert wurden, ist der Bedarfsausweis gesetzlich verpflichtend — in Wesseling betrifft das ein riesiges Marktpotenzial.