Gebäudebestand & Energieeffizienz
Overath (ca. 27.000 Einwohner) liegt im Bergischen Land und ist stark ländlich geprägt. Ein- und Zweifamilienhäuser machen über 80 % des Wohngebäudebestandes aus — laut Zensus-Daten eine der höchsten Quoten im Kölner Umland. Mehrfamilienhäuser finden sich primär in Overath-Mitte und entlang der Hauptverkehrsachsen. Eine regionale Besonderheit ist das Bergische Schieferhaus (Fachwerk mit Schieferfassade), das energetisch eine echte Herausforderung darstellt: Außendämmung verändert das charakteristische Erscheinungsbild, oft ist nur Innendämmung möglich, die sorgfältige bauphysikalische Planung erfordert.
Die Baualtersverteilung zeigt den dringenden Handlungsbedarf: Ca. 45 % der Gebäude stammen aus den Jahren 1950–1978 — also vor der ersten Wärmeschutzverordnung. Für diese unsanierten Gebäude mit bis zu 4 Wohneinheiten ist der Bedarfsausweis Pflicht. Weitere ca. 15 % sind Vorkriegsbauten, oft historische Fachwerkhäuser. Unsaniert bewegen sich diese Gebäude in den Energieeffizienzklassen E bis H. Der Sanierungsstau ist besonders bei Dächern, Fenstern und Heiztechnik hoch — ungedämmte Häuser der 60er/70er in Hanglagen sind typisch.
Aufgrund der ländlichen Topografie und teils fehlender Gasnetze in den Außenortschaften ist der Anteil an Ölheizungen überdurchschnittlich hoch (ca. 30–35 %). Erdgas dominiert in den dichter besiedelten Kernorten (ca. 45–50 %). Wärmepumpen nehmen im Neubau und bei Kernsanierungen stark zu, machen im Gesamtbestand aber noch einen einstelligen Prozentsatz aus. Bei den zahlreichen Ölheizungs-Besitzern besteht akuter Handlungsbedarf — das GEG sieht den schrittweisen Austausch fossiler Heizungen vor. Fernwärme spielt in Overath praktisch keine Rolle — die bergige Topografie und die zerstreute Siedlungsstruktur machen zentrale Wärmenetze unwirtschaftlich. Overath hat rund 150 Baudenkmäler (oft Kirchen, Wegekreuze, historische Hofanlagen und Schieferhäuser) — für Baudenkmäler besteht nach GEG keine Energieausweispflicht.