Gebäudebestand & Energieeffizienz
Monheim am Rhein (ca. 43.500–44.000 Einwohner, leicht wachsend) weist einen heterogenen Gebäudebestand auf, der stark durch das rasante Wachstum der Nachkriegszeit und die aktuelle Finanzkraft der Stadt geprägt ist. Im Stadtteil Baumberg dominieren Einfamilien- und Reihenhäuser. Im Zentrum — insbesondere im „Berliner Viertel" — steht viel Geschosswohnungsbau aus den 1960er/70er Jahren, teils Hochhäuser mit Plattenbau-Charakter. Die historische Altstadt (Freiheit, Turmstraße) besteht aus kleinteiligen, oft denkmalgeschützten Fachwerkhäusern und Altbauten. Seit 2010 gibt es wieder einen starken Zuwachs an Neubauten, darunter große Projekte wie das Sophie-Scholl-Quartier und die Umgestaltung der Innenstadt (Monheim Mitte). Gebäude aus der Gründerzeit sind selten und auf den alten Ortskern beschränkt.
Der Großteil des Bestandes stammt aus den Jahren 1960 bis 1980. Im unsanierten Bestand fallen viele Gebäude in die Energieeffizienzklassen E, F und G. Im Berliner Viertel wurden in den letzten Jahren teils serielle Sanierungen durchgeführt — hier finden sich mittlerweile oft Klassen C und D. Der Sanierungsstau betrifft vor allem privat gehaltene EFH der 1970er Jahre in Baumberg: ungedämmte Dächer, alte Fenster und veraltete Heiztechnik. Die Sanierungsquote liegt bei den bundesüblichen ca. 1 % pro Jahr, obwohl die Stadt durch eigene Förderprogramme aktiv versucht, diese zu erhöhen.
Erdgas dominiert als historisch bedingter Heizungsträger. Die städtische MEGA (Monheimer Elektrizitäts- und Gasversorgung) betreibt jedoch ein wachsendes Fernwärmenetz, insbesondere in Monheim-Süd und im Berliner Viertel. Wärmepumpen dominieren im Neubau (z.B. Sophie-Scholl-Quartier). Ölheizungen finden sich in den Randlagen und älteren EFH. Der Denkmalschutz-Anteil ist gering und konzentriert sich auf die Altstadt und Haus Bürgel — Außendämmung ist dort oft nicht möglich, Innendämmung erfordert Spezialwissen. Für Baudenkmäler besteht nach GEG keine Energieausweispflicht, sie werden aber bei Verkauf als Orientierung nachgefragt.