Gebäudebestand & Energieeffizienz
Langenfeld (Rheinland, ca. 59.000 Einwohner) ist klassisch suburban geprägt und liegt als Paradebeispiel für den Rheinischen Speckgürtel genau in der Mitte zwischen Köln und Düsseldorf. Es dominieren Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Reihenhäuser. Mehrfamilienhäuser finden sich konzentriert im Stadtzentrum und in Immigrath. Klassische Gründerzeitviertel oder Plattenbauten sind in Langenfeld kaum vorhanden — das Stadtbild wird von den typischen Wohnsiedlungen der Nachkriegs- und Wirtschaftswunderzeit bestimmt. Historische Ortskerne mit Fachwerk finden sich noch vereinzelt in Richrath und Reusrath, machen aber nur einen geringen Anteil am Gesamtbestand aus.
Der Großteil des Gebäudebestands stammt aus den 1950er bis 1990er Jahren. Besonders der Zeitraum 1950–1978 macht einen sehr hohen Anteil aus — hier liegt das größte Potenzial für Bedarfsausweise, da diese Gebäude vor der 1. Wärmeschutzverordnung errichtet und oft unzureichend gedämmt wurden. Im unsanierten Bestand dominieren die Energieeffizienzklassen E bis H: ungedämmte Dächer, alte 2-fach verglaste Fenster aus den 80ern und veraltete Heiztechnik sind typisch. Die Sanierungsquote liegt bei den bundesüblichen unter 1 % pro Jahr, weit entfernt von den für die Klimaziele erforderlichen 2–3 %.
Erdgas ist der absolute Spitzenreiter als Heizungsart in Langenfeld. Ölheizungen sind in den ländlicheren Randgebieten (Wiescheid, Reusrath) noch anzutreffen, werden aber sukzessive ausgetauscht. Wärmepumpen dominieren den Neubau der letzten 10 Jahre. Langenfeld hat ca. 100–150 Baudenkmäler (darunter die Wasserburg Haus Graven und alte Fachwerkhäuser in den Hofschaften) — für diese gelten Ausnahmen bei der Energieausweispflicht. Größere Neubaugebiete wurden in den letzten Jahren stetig ausgewiesen, die Flächenreserven werden aber zunehmend knapper — der Bestand bleibt langfristig das zentrale Marktsegment. Die Eigentümerquote im Kreis Mettmann liegt bei über 40 % — deutlich höher als in Köln mit ca. 23–25 %.