Gebäudebestand & Energieeffizienz
Bergheim ist stark durch seine Historie als Braunkohlerevier (Tagebau Hambach) geprägt. Der Gebäudebestand wird von Einfamilien- und Zweifamilienhäusern dominiert. In den größeren Stadtteilen wie Quadrath-Ichendorf gibt es zudem einen signifikanten Anteil an Geschosswohnungsbau und Mehrfamilienhäusern aus den 1960er und 1970er Jahren, die für Kraftwerks- und Tagebaumitarbeiter gebaut wurden. Die Baujahre 1950 bis 1979 machen den größten Anteil aus — die Ära des Braunkohle-Booms.
Im un- oder teilsanierten Bestand dominieren die Energieeffizienzklassen E bis H. Der Sanierungsstau bei Gebäuden der 60er und 70er Jahre ist massiv: ungedämmte Fassaden, alte Dächer und veraltete Fenster sind die Regel. Die Sanierungsquote liegt wie bundesweit bei unter 1 % pro Jahr, weit entfernt von den Klimazielen. Gas ist der dominierende Energieträger, gefolgt von Öl in den ländlicheren Ortsteilen. Wärmepumpen finden sich fast ausschließlich in Neubauten ab ca. 2010 oder bei Kernsanierungen. Bei unsanierten Gebäuden mit bis zu 4 Wohneinheiten und Baujahr vor 1977 ist der Bedarfsausweis gesetzlich verpflichtend — in Bergheim betrifft das ein enormes Marktpotenzial.
Fernwärme spielt in Bergheim eine besondere Rolle: Durch die Nähe zu den Kraftwerken in Niederaußem gibt es in bestimmten Quartieren (Quadrath-Ichendorf, Niederaußem) Fernwärmenetze der Stadtwerke Erft. Wo Fernwärme verfügbar ist, profitieren Eigentümer von besonders günstigen Primärenergiefaktoren im Energieausweis — ein klarer Vorteil beim Verkauf. Bergheim hat historische Ortskerne (Bergheim-Mitte, Schloss Paffendorf) und vereinzelt alte Hofanlagen in den dörflichen Stadtteilen, der Anteil denkmalgeschützter Wohngebäude am Gesamtbestand ist jedoch gering (unter 3 %). Für Baudenkmäler gelten Ausnahmeregelungen beim Energieausweis nach § 105 GEG.